Renate Weirich

Am 14. Juni 2026 wird in Bad Kreuznach die Emma-Ihrer-Medaille an die Preisträgerin Renate Weirich verliehen. Mit dieser Auszeichnung wird ihr langjähriges Wirken und ihr Engagement für Frauen und Gleichberechtigung gewürdigt.

Ihre WeggefährtInnen haben dabei persönliche Statements und Einblicke in die gemeinsame Erfahrungen gegeben.

Martina Hassel

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Ja, ich habe Renate 1986 kennengelernt. Schon 40 Jahre her.

Sie war ja 1985 in den Stadtradt eingezogen und hatte es wahrhaftig geschafft, als eine ihrer ersten erfolgreichen Initiativen die Stelle einer Frauenbeauftragten beschließen zu lassen.
Damit war Bad Kreuznach die erste Stadt in Rheinland-Pfalz, direkt nach München und Köln.
Und ich hatte dann das große Glück, diese Stelle zu bekommen. Ich habe mich beworben, ich wurde ausgewählt. Und so kam ich nach Bad Kreuznach.

Und ich habe es immer so erlebt, dass Frauenbeauftragte so gut sind, wie die Bewegung, die sie trägt. Alleine ist das ziemlich ein aussichtsloses Unterfangen.
Und hier in Bad Kreuznach gab es eine starke Bewegung von Frauen und einer ihrer größten Stärken war die Renate.

Ja, wir haben in diesem ersten Jahr gemeinsam ganz, ganz viele Fortschritte für Frauen erreicht, einen Frauenausschuss gegründet, einen Frauenbericht über die soziale Lage von Frauen erstellt, die Situation von Frauen in der Stadtverwaltung untersucht und immer verbunden mit ganz vielen Frauen in der Stadt, unterstützt von Frauenforum und von den Frauen im Stadtrat allen voran Renate. Und mir hat an ihr immer imponiert ihre Gradlinigkeit.
Sie ist keine Frau für Umwege.
Wenn sie was für richtig erkannt hat, marschiert sie los und da gibt’s auch keine … kein Vertun. Man kann ganz toll mit ihr diskutieren, man kann unterschiedlicher Meinung sein, man verliert nicht die Freundschaft und nicht die Solidarität.
Das find ich sehr kostbar.

Ich bin dann ja nach Mainz gewechselt, hab dort das Frauenbüro aufgebaut.
Und nach zehn Jahren war die Stelle der Bürgermeisterin ausgeschrieben, da hab ich mich wieder beworben. In einem guten Erinnerungsgefühl und mit großer Hoffnung und …
Siehe da, Renate Weirich, saß schon im Stadtvorstand und empfing mich mit offenen Armen.
Und ich kann gar nicht sagen, dass das für mich für eine Erleichterung war.
Nicht alleine als Frau im Stadtvorstand zu sein, sondern zu zweit.
Das waren ja schon zwei kulturelle Welten, die da aufeinander trafen, die beiden Männer und wir zwei.


Das war doch auch eine Herausforderung. Und Renate hatte schon sechs Jahre Erfahrung.
Alle Fragen konnten gestellt werden. Das war wirklich eine tolle Geschichte. Und an ihre Arbeit als Dezernentin erinnere ich, dass sie außerordentlich erfolgreich war. Sie hat jede Menge Schulbaumaßnahmen durchgeführt, beendet.

Sie hat ganz viele kulturelle Initiativen ergriffen, die bis heute unser Herz erfreuen.
Wenn ich an die Bibliothek denke oder an den Install. Viele Vereine.


Also, ich war sehr stolz auf sie und finde, sie hat das super gemacht.
Diese Ehrung, die sie jetzt bekommen wird, die finde ich mehr als verdient.

Herzlichen Glückwunsch, Renate!


Werner Fuchs

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Wenn ich an das großartige kommunal- und insbesondere frauenpolitische Engagement und Wirken von Renate Weirich denke, werde ich daran erinnert, dass ich in den ersten sieben Jahren meiner Kindheit erstmals in der Familie erleben durfte, was starke Frauen in existenziellen Kernfragen unseres Lebens zu leisten in der Lage sind.

Meine Großmutter, mütterlicherseits, meine Mutter und zwei Tanten waren diejenigen, die mit Ideenreichtum, teils gefahrvollem Aufwand und aller Kraft dafür gesorgt haben, dass unsere Hausgemeinschaft, außer den genannten Frauen aus meinen beiden älteren Brüdern und mir und zwei minderjährigen Cousins bestehend, die Kriegs- und unmittelbare Nachkriegszeit gut versorgt überleben konnten. Die Männer der Familie waren, wie mein Großvater, an Kriegsleiden aus dem ersten Weltkrieg früh verstorben, im zweiten Weltkrieg gefallen, noch als Soldaten aktiv oder bereits in Gefangenschaft. Diese besonderen Kindheitserlebnisse führten mich während führten mich während meines Lebens stets dazu, mit großer Aufmerksamkeit, gerade auch das Tun und Handeln von Frauen, sei es im Privaten, im Politischen, im Beruflichen oder im Ehrenamt, zu beobachten und vor allem wert zu schätzen.

Zu den Persönlichkeiten weiblichen Geschlechts, die ich in den bisherigen acht Jahrzehnten meines Lebens in den verschiedensten Funktionen erleben und aufgrund ihrer starken Leistungen bewundern durfte, zählt Renate Weirich zweifellos dazu.

1991 waren meine Frau und ich von der Kommunalpolitikerin und Initiatorin des Kreuznacher Frauentreffs sowie noch jungen Kulturdezernentin und damit ersten Frau im Stadtvorstand, Renate Weirich, zu ihrem fünfzigsten Geburtstag in die Römerhalle eingeladen. Das war eine wunderschöne Feier mit vielen kulturellen Darbietungen. Was mir noch heute in bester Erinnerung ist, dass Frau Weirich danach an ihre Gäste und damit auch an uns ein ganzseitiges Dankschreiben richtete, das auch ein zeichnerisches Porträt von ihr beinhaltete, ihre breite Interessenlage schilderte sowie ihre Begeisterung für gute Musik und anregende Literatur erwähnte.

Wichtige Charakterzüge von Renate Weirich sind für mich, der Gesellschaft zu dienen, den besonderen Beitrag der Frauen in allen Bereichen unseres Lebens, vom Haushalt bis zur Wissenschaft bewusst zu machen und dies alles effektiv und öffentlichkeitswirksam anzugehen und dennoch im vom Intellekt getragenen Agieren unaufgeregt, eher leise zu sein. Agieren unaufgeregt, eher leise zu sein.


Danielle Kloos

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Ich bin also seit 2020 bei den Frauenclub. Ich habe der Annonce gelesen in der Zeitung, und es hat mir gut gefallen. Ich hatte damals meinen Lebenspartner verloren und war ein bisschen sehr einsam. Und habe aber auch gedacht, Frauengespräche sind allgemein gut, und so haben wir es auch gemacht. Wir sind uns also einmal in der Woche haben wir uns getroffen in der Klappergasse. Am Anfang haben wir auch immer noch ein bisschen Handarbeit dabei gehabt. Aber vorrangig waren eigentlich immer die guten Gespräche, die wir geführt haben. Die Renate war nämlich eine hervorragende Sprecherin, hat uns auch ein bisschen geleitet, was wir so politisch und auch so intern alles reden. Rausgetragen durfte nichts. Und Männer waren auch Tabu.

Wir mussten 2021 eine Pause einlegen, wegen dem Corona. Und dann hat uns die Renate irgendwann einmal Bescheid gegeben. Du, wir treffen uns wieder da unten im Raum. Aber wir sitzen ein bisschen weit auseinander. Ja, sie hat es also so eingerichtet, dass immer ein Platz frei war. Und wir konnten uns wieder treffen. Das war hervorragend. Unter anderem haben wir auch manchmal wunderschöne Unternehmungen gemacht, Schlosspark oder sind mal ins Café gegangen.

Und im Oktober hat uns die Renate mitgeteilt, dass der Frauenclub eben sich auflösen muss, aus internen Gründen. Wir haben es auch alle verstanden. Und das einzige, was zurückgeblieben ist, wir treffen uns immer noch. Die Renate ist nämlich in ihrem früheren Leben eine Zeichnerin und eine wunderbare … Ja, sie hatte in der Schule wohl dieses Fach auch gehabt. Und sie will uns jetzt wieder so ein bisschen Zeichnen beibringen. Und das ist auch wunderbar.

Wir treffen uns also immer noch mit Renate alle 14 Tage. Einmal irgendwo privat. Und dann gehen wir immer noch mit ein paar Frauen ins Café. Egal, ob wir zum Wonsyld gehen oder zum Café Wahl. Unsere Gespräche sind immer noch hervorragend. immer noch hervorragend.


Winfried Mannert

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Frau Renate Weirich habe ich Ende der 80er Jahre kennengelernt. Seit dieser Zeit ist der Kontakt nie abgerissen. Besonders gerne erinnere ich mich an den Anfang der 90er Jahre, wo wir gemeinsam die Stadtbibliothek Bad Kreuznach geplant und gebaut haben.

Renate Weirich war zu dieser Zeit Kulturdezernentin der Stadt Bad Kreuznach. Diese Zusammenarbeit war sehr vertrauensvoll und zielorientiert. Dies hat sich von der Raumplanung bis in die Auswahl der Inneinrichtung fortgesetzt. Sogar die Eyecatcher-Sessel in den Sitzgruppen aus Bauhauszeiten hat sie persönlich mitgetragen. Das Farbkonzept seinerzeit basierte ebenfalls auf den Bauhausfarben. Dies sollte ein kleiner Ausschnitt aus der intensiven Zusammenarbeit mit ihr aufzeigen.

Zusammengefasst möchte ich Renate Weirich für die gute berufliche Zusammenarbeit und die private Freundschaft bis heute danken. Ich gratuliere Renate Weirich zu dieser großartigen Auszeichnung.


Margret Mannert

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Renate und ich kennen uns jetzt seit über 40 Jahren und sind seither freundschaftlich und politisch miteinander verbunden.

1978 sind wir nach Bad Kreuznach gezogen und 1979 bin ich in die SPD eingetreten. Ich kannte niemanden in Bad Kreuznach und wusste auch nicht über die politischen Ziele und Meinungen. Und daher bin ich zu einem SPD-Stammtisch gegangen, der damals im Mannheimer Tor stattfand. Um halt Antwort auf meine Fragen zu bekommen, aber die bekamen mich nicht. Mir wurde klar gemacht, dass ich ganz klein anfangen muss, wenn ich was in der Partei werden will.

Das war jetzt eigentlich nicht mein Ziel und da bin ich nicht mehr hingegangen. Dann habe ich gehört, dass ich die ASF unter Renate Weirich neu gründet. Und da bin ich dann hingegangen und zu gucken, was die für Antworten für mich haben. Und das war es. Unter Renate Weirich wurden wirklich interessante Themen angesprochen, aufgearbeitet und umgesetzt. Und in dieser ASF waren auch interessante Kreuznacher Frauen vertreten wie Anne Pfaltz, Elisabeth Weierhäuser, zum Beispiel oder Ilse Lindner Das war wirklich interessant. Renate Weirich war voller Tatendrang, Ideen und hatte eine Selbstverständlichkeit, ihre Themen zu Gehör zu bringen. Das war wirklich ein Vorbild. Und für manche natürlich in der SPD auch unbequem. Aber das störte ja Renate Weirich nicht.

Wir haben in der ASF zusammengearbeitet und dann auch im Stadtrat. Und das war eigentlich eine sehr produktive gute Zeit. Man hätte uns natürlich damals gerne auf Kuchen backen für Feste reduziert. Aber das war mit Renate Weirich nicht möglich.


Ferdi Friess

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Ja, als Mitschülerin war Renate Weirich immer sehr stark aufsässig, kann man so etwas locker sagen. Und mit einem sehr hellen, wachen Geist hat sie immer die Fragen unserer Lehrer kritisch beäugt. Und das fanden wir alle in der Klasse sehr gut.

Ich habe am stärksten empfunden, dass es sich so stark in der Stadtverwaltung und in dem Stadtrat engagiert hat. Und vor allen Dingen Ihr soziales Engagement hat mir außerordentlich gut gefallen. Das war der stärkste Eindruck, den ich von Ihr hatte, den Sie auch bis heute ja durchführt.

Wenn ich mal ganz lässig anfange, dass Renate Weirich saß, immer etwas tief eingesetzt in ihrem Stuhl in der Schule und etwas zurück und etwas kritisch guckend. Und das ist ein Blick, den ich heute noch an Ihr sehe, wenn Sie zum Beispiel im Café Wahl mit uns sitzt und über Ihre Jugend erzählt und wir zusammen, über unsere Jugend erzählen, wir sind sehr eng befreundet bis heute.


Kirstin Wendenelis

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Ja, Renate war dadurch, dass sie kinderlos war oder ist, immer ganz großzügig uns mit auf Reisen zu nehmen. Also ich hab mit ihr viele Reisen unternommen nach England, nach, ja, unter anderem zu den Staufern. Je nachdem, was Renate gerade gelesen hatte, dann durften wir die Reisen mit unternehmen. Die Wohnmobile waren meistens kleine FIAT, Selbstausbau-Autos, was schon großartig war, weil da einfach ganz, ganz viel dran gebaut wurde und alles selbst gebaut wurde von Renate, was sich eigentlich auch auf mich übertragen hat, diese kreative Leidenschaft. Und die Füße hingen im Besteckkasten, weil es dann doch nicht so groß war das Auto, in dem man dann schlafen konnte, aber es waren wunderbare Reisen.

Was … Renate für mich immer war … oder ein großer Zug von ihr: Sie ist nie nachtragend. Also, man kann sich … Ja, früher, als ich noch nicht wieder hier gewohnt hab, jahrelang nicht bei ihr melden. Und wenn man sich gemeldet hat, war sie glücklich und hat sich gefreut. Es gab nie Vorwürfe, was sich ja nicht gemeldet, mach mal, oder hätte es mal machen sollen. Sie war immer da, wenn man sie brauchte. Oder sie ist immer da, wenn man sie braucht. Und nie nachtragend. Das ist ein wunderbarer Zug und … das schätze ich an ihr. Das schätze ich an ihr.


Gerd Gänßmantel

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Ja, hallo Renate. Nach kurzer Einarbeitungszeit, in der wir dir die Abläufe in der Verwaltung, die Dienstvorschriften und so weiter näher brachten, hast du dich mit deinem Elan, deiner Kreativität, deine Begeisterungsfähigkeit, aber auch mit einer gewissen Starrköpfigkeit für die Kultur eingebracht. Es ging immer eine sympathische Begeisterung von dir für die tägliche Arbeit aus. Seinerzeit war ja dein Arbeitstag morgens die Hauptschule, Nachmittags Dezernatverwaltung und nebenbei noch händischer Ausbau des Frauentreffs in der Klappergasse.

Als Highlights deiner Amtszeit hatte ich mir notiert, wir hatten ja in Bad Kreuznach keinen Ausstellungsraum für temporäre Kunstinstallationen. Du hast dicke Bretter gebohrt und der Anderem im Stadtvorstand, um den Ausbau des Installs in allen Facetten zu begleiten. Ein weiterer Baustein in deiner Amtszeit war der Neubau der Stadtbibliothek. Bei der Verabschiedung des Finanzierungsplans mit Gesamtkosten von circa 7.620.000 D-Mark, waren einige Ratsmitglieder, aber auch der seinerzeitige Oberbürgermeister, skeptisch und rechneten mit einem wesentlich höheren Endbetrag. Die Gesamtkosten wurden jedoch eingehalten dank der guten Zusammenarbeit der Dezernentin, der Amtsleitung und des Architekten. Bei der Inneneinrichtung konntest du wieder mal deine Kreativität voll einbringen. Als Beispiel sei genannt der Platz für Vorträge, für Spiele, die gemütlichen Leseecken und die Lesesessel. Leseecken und die Lesesessel.


Gisela Dörr

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Dass sie als sehr junges Kind oder Kindergartenkind unter Asthma gelitten hat und auch schon bald eine Brille tragen musste und gegen zwei ältere Geschwister ankämpfen musste. Das war so der erste Eindruck oder das Erste, was ich in Erinnerung habe.

Wir sind mal, das ist aber eine lustige Geschichte. Wir sind mit dem Tandem zusammen an den Rhein gefahren. Die Eltern hatten jeweils ihr eigenes Rad. Ich bin diejenige gewesen, die vorne auf dem Tandem saß, die zweite Schwester, die war hinten dran. Renate saß auf dem Gepäckträger. Wir kamen dann über die Landstraße und es kam ein junger Mann entgegen. Der Mann hat sich dann gefreut und gesagt, das Kind hat es aber schön auf dem Gepäckträger. Das fanden wir immer sehr lustig als Kinder oder als Geschwister vor allen Dingen. Geschwister vor allen Dingen.

Sie lässt sich nicht die Butter vom Brot holen und hat ihre Meinung. Die tut sie kund und äußert sich dann ganz präzise, was sie von Dingen hält, diese verwirft oder die sie akzeptiert.

Und außerdem ist sie sehr großzügig, das muss ich auch sagen. Das kann unsere Tochter beweisen, Ihren Nichten und Neffen gegenüber. Und der nächsten Generation auch. Also sie ist sehr großzügig. Da hat sie schon viel Gutes getan.


Silvia Jung

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Also zu Renate Weirich fällt mir Folgendes ein: Wir kennen sie schon seit drei Generationen. Von der Großmutter zur Mutter und zur Schwester und auch ich persönlich kenne Frau Weirich. Kann sie nur als positive Person beschreiben.

Und sie war Kunstlehrerin auf der Ringschule in Bad Kreuznach. In den 80er Jahren war sie Kunstlehrerin meiner Schwester. Wobei sie auch sehr angetan war von den Gemälden, die meine Schwester vollbracht hat. Also sie war schon sehr talentiert. Und das hat auch Frau Weirich damals gemerkt. Hat sogar angeraten sie auf die Münchner Kunstschule zu schicken. Was meine Schwester aber leider nicht vollziehen konnte. Sie war Kulturdezernentin. Und auch wenn wir uns treffen, ist es immer ein nettes Wort mit ihr.

Und sie ist immer lustig. Also ich kenne sie als sehr lustige Person. Wir lachen sehr viel auch gemeinsam, wenn wir Gespräche führen. Und eigentlich, in meinen Augen ist sie eine sehr positive Person. Konsequent. Hat ein sehr gutes Durchsetzungsvermögen. Ein Auge für Kunst natürlich. Und einfach eine positive Person.


Ursula Muth

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Ich habe Frau Weirich 1984 bei einem Informationsabend in Bad Kreuznach kennengelernt. An diesem Informationsabend hat sie berichtet, dass sie vor hat, einen Verein einen gemeinnützigen Verein zu gründen und hat diese Gründe und auch ihre Ideen dargelegt. Sie wollte eine Begegnungsstätte für Frauen schaffen. Daraus ist dann das Kreuznacher Frauentreff geworden.

Und schon damals hat mich beeindruckt, mit welcher Entschlossenheit und mit welchem Enthusiasmus sie uns das vorgetragen hat und sie auch bereit war, für Frauen etwas zu tun. Was mich noch beeindruckt hat, war ihre Großzügigkeit. Sie hat ein Haus in der Lauergasse gehabt und hat diese Räumlichkeiten dem Verein zur Verfügung gestellt.

Frau Weichich ist selbstbewusst, großzügig, begeisterungsfähig. und…was könnte ich noch sagen?


Stephanie Otto

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Liebe Renate, ich freue mich außerordentlich, dass du jetzt für deinen frauenpolitisches Lebenswerk geehrt wirst.

Ja, Renate, wenn man Renate beschreiben will, es gibt eigentlich zwei Worte, Mut und Ausbruch. Ich kenne Renate seit 1987, als eine Freundin von mir im Frauentreff arbeitete. Und außerdem habe ich da auch in der Nähe gewohnt. Beim Frauentreff sind mir zwei Sachen in Erinnerung. Es gab Frauenfeste mit Theater, Kultur, Tanz, Musik, Kunst. Die fand im öffentlichen Raum statt, mitten auf der Lauergasse. Das war eigentlich eher eine Seltenheit für Frauen mit Frauen. Und du hast auch in deinem Verein Raum geboten für die einzige, damals einzige, Schwangerenkonfliktberatung in Bad Kreuznach die hat die humanistische Union gemacht einige Jahre. Ja, das war dein Wirken im Frauentreff, was ich beobachtet hatte. 1991 hast du dann als Dezernentin zusammen mit der Frauenbeauftragten damals Hildegard Schäfer ermöglicht, das erste deutsch-deutsche Treffen der Lagergemeinschaft des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück hier in Bad Kreuznach zu veranstalten. Das Thema Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus war dir seit immer ein Anliegen.

Du hast auch, als du für das Brunnenfest in Bad Kreuznach verantwortlich warst, 1993, als da kurz davor der rassistische Brandanschlag in Solingen war, gegen das Haus der Familie Genç, wo fünf Frauen und Mädchen ums Leben kamen. Da hast du dafür gesorgt, dass die Musik beim Brunnenfest aussetzte, solange die Mahnwache am Kornmarkt abgehalten worden ist. Das hast du geregelt ohne große Worte. Ich habe dich dann als Stadträtin und Dezernentin kennengelernt. Auch da warst du immer eine Frau mit Haltung und bist auch in den Widerstand gegangen. Ich denke, du hättest viel mehr verwirklichen können, als da möglich war.

Du hattest mehr Ideen, als dir möglich war. Und ich habe Hochachtung, als du dann 1999 gesagt hast, ich trete nicht mehr zur Wahl an. Ich fand die Arbeit im Stadtvorstand zuletzt sehr konfliktbeladen und auch meine Fraktion hat mich nicht ordentlich unterstützt. Du hast nicht an dem Amt geklebt und das ist ziemlich typisch für dich. Du hast einfach weitergemacht.

Du hast immer wieder Räume für Frauen aufgemacht im Frauentreff und auch an anderen Orten. Du hast dich politisch weiterhin geäußert.

Ja, Renate, herzlichen Dank dafür, was du alles geschaffen hast. Und ich wünsche dir, dass du auch noch lange für dich dein Leben genießt und Kunst und Kultur und mit anderen Frauen unterwegs bist. Danke.


Sigrun Schneider

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Wir waren eine sehr große Klasse mit einer sehr strengen Klassenlehrerin, Frau Dr. Hammer. Und ich kann mich erinnern, dass wir alle sehr brave Schüler waren, sehr gut erzogen. Und Renate gehörte zu den Kindern, die weder aufmüpfig waren, doch irgendwie vorlaut, so kann ich mich nur erinnern. Und dass wir beide die gleiche Frisur hatten. Ein Kränzchen auf dem Kopf.

Und später ist Renate ja wahrscheinlich in dessen Ansicht, dass der Vater der Lehrer an der Gymnasium war, an der Stadtmauer, dass sie sie lieber da an die Stadtmauer beordert hat. Denn er war ja, das beschreibt sie ja selber, sehr darum bedacht, dass seine Töchter so erzogen wurden, dass sie eines Tages nicht von einem Mann abhängig sind. Das hat mir sehr gut gefallen, denn so ähnlich wurde ich auch erzogen.

Und jetzt ist es so, dass ich das sehr bewundere, was ich von Renate jetzt allmählich erfahre. Und dass ich die Begegnungen, als sie mich hier besucht hat, im Garten und auch im Restaurant, dass sie immer eine sehr fröhliche und zugängliche Person ist.

Ich habe mir vorgenommen, wir treffen uns alte Schülerinnen, die sie auch kennt, einmal im Monat. Und diesmal werde ich sie zu mir auch einladen. Also als Kind oder als junges Mädchen kenne ich sie ja eben wie gesagt nur sehr bescheiden. Und ich muss sagen, heute bewundere ich sie, was sie geleistet hat, aber auch im Gegensatz zu mir, dass sie verzichtet hat, eine Familie zu gründen. Sie hat ihr ganzes Leben, wenn ich das jetzt heute auch lese und erfahre, ihr ganzes Leben wirklich da zur Verfügung gestellt. Und das war immer ihr Ziel, Frauen zu unterstützen, Frauen das Recht zu erhalten, dass sie ihre Freiheit haben, dass sie selbstständig sein können und so weiter. Und das ist doch eine tolle Leistung.

Und ich bin begeistert, dass sie jetzt diesen Preis bekommt.


Margit Reuter

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Ein sehr besonderer Anlass lässt mich heute nach Bad Kreuznach zurück in eine meiner Wahlheimaten und damit auch zu dir, liebe Renate Weirich, wandern.

Du wirst sicher nicht überrascht sein, dass sich einige meiner intensivsten Erinnerungen mit deinem Fachwerkhäuschen in der Lauergasse 7 verbinden, in dem sich der Kreuznacher Frauentreff mit einem vielfältigen Angebot etablierte und dessen Türen für alle Frauen immer offen standen. Frauen in ihrer Ganzheit wahrzunehmen, sie zu stärken und begleitend zu fördern, war dir ein besonderes Anliegen.

Du hattest keine Zweifel, dass es ein guter und richtiger Weg ist, den du im Vertrauen an die Kraft der Frauen und mit bewundernswerter Gelassenheit unterstützt hast und fördernd mitgegangen bist. Sicher, liebe Renate, werden sich viele Frauen bis heute, so wie ich, in dankbarem Rückblick an den Frauentreff und dein besonderes Engagement erinnern.

Allerbeste Glückwünsche, liebe Renate, mit einem nachhaltigen Dankeschön und besonders herzlichen Grüße von mir aus Düsseldorf.